Case Study

Zukunftsorientierte Rechenzentrumsinfrastruktur für globalen Nutzfahrzeughersteller

3 Min.

09. Sep 2026

Zukunftsorientierte Rechenzentrumsinfrastruktur für globalen Nutzfahrzeughersteller
Zukunftsorientierte Rechenzentrumsinfrastruktur für globalen Nutzfahrzeughersteller

Mit über 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfordern die hochgradig vernetzten Entwicklungs-, Produktions- und Logistikprozesse eines der größten Nutzfahrzeug-Hersteller der Welt eine leistungsfähige und hochverfügbare IT-Infrastruktur.


Die Ausgangssituation

Das bisherige Rechenzentrum stammte aus den 1980er Jahren und bedurfte einer umfassenden Erneuerung. So entsprachen die Klimatisierung, Energieversorgung und der physikalische Schutz nicht mehr den heutigen Anforderungen; eine Ertüchtigung im laufenden Betrieb wurde als unwirtschaftlich bewertet. Der Kunde entschied sich daher für den Neubau eines Indoor-Rechenzentrums, geplant auf Basis der Qualitätskriterien der DIN EN 50600. Im Mittelpunkt des Anforderungsprofils standen Zukunftsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit sowie die Funktionalität und der physikalische Schutz. Insbesondere der Einsatz zukunftsweisender, energieeffizienter Technik spielte im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns eine zentrale Rolle.

Die Lösung

Der Bauherr stellte eine vollständig entkernte Fläche zur Verfügung. Die DeRZ-Services GmbH realisierte auf der Rohfläche die komplette Rechenzentrumsinfrastruktur, angefangen vom Doppelboden über die Rack-Landschaft bis zur Kaltgang-Einhausung. Im Endausbau bietet das Rechenzentrum auf 86 Quadratmetern Platz für 24 Racks mit insgesamt 1.128 Höheneinheiten und damit ausreichend Reserven für künftiges Wachstum.

Klimakonzept

Das Herzstück des Effizienzkonzepts bildet eine InRow-/SideCooler-Rackreihenkühlung, bei der die Kälteleistung direkt in der betreffenden Rackreihe bereitgestellt wird. Kurze Luftwege ermöglichen die präzise, lastabhängige Regelung. Die Kaltgang-Einhausung trennt die Kalt- und Warmluft konsequent voneinander. Somit werden Umluftverluste minimiert, was die Kühlung auch im Teillastbetrieb hocheffizient macht und den Energieverbrauch spürbar senkt. Die Kälteerzeugung erfolgt als DX-Klimatisierung nach dem Prinzip der Direktverdampfung. Dabei nimmt das Kältemittel die Wärme unmittelbar im Wärmetauscher der InRow-Einheiten auf, was nicht nur einen zwischengeschalteten Kaltwasserkreislauf erübrigt. Weiterhin vereinfacht diese Technik den Anlagenaufbau, vermeidet Übertragungsverluste und eliminiert wasserführende Leitungen im IT-Bereich. Als Kältemittel kommt R410A zum Einsatz, ein bewährtes Gemisch aus R32 und R125 mit hoher volumetrischer Kälteleistung, das kompakte Verdichter und Wärmetauscher ermöglicht. Es ist nach Sicherheitsklasse A1 klassifiziert, folglich weder brennbar noch toxisch, und erfüllt damit die hohen Sicherheitsanforderungen an Kälteanlagen in unmittelbarer Nähe zu geschäftskritischer IT.

Das Kühlsystem ist in N+2-Redundanz ausgelegt. Selbst bei gleichzeitigem Ausfall oder Wartung von zwei Kälteeinheiten steht die volle Kühlleistung zur Verfügung, womit die Anlage die Anforderungen der Verfügbarkeitsklasse 2 übertrifft. Steigt die Wärmelast zukünftig, so lassen sich zusätzliche Kühleinheiten modular in die Rackreihen integrieren.

Sicherheits- und Überwachungstechnik

Eine Brandfrüherkennung mit automatischer Löschanlage schützt die IT-Systeme im Brandfall. Dank des durchgängigen Monitorings werden sämtliche relevante Parameter der Infrastruktur, angefangen von Klimawerten über die Energieversorgung bis zu Umgebungsbedingungen, überwacht und im Störungsfall unverzüglich alarmiert.

Projektverlauf

Nach der Entkernung übernahm die DeRZ sowohl die Planung als auch die schlüsselfertige Realisierung. Auf die Anforderungsaufnahme und die normgerechte Auslegung auf Basis der DIN EN 50600 folgten die Errichtung des Doppelbodens als Installationsebene, der Aufbau der 24 Racks mit Kaltgang-Einhausung sowie Installation und Inbetriebnahme der Kühleinheiten in N+2-Konfiguration. Im Zuge der Integration von Löschanlage und Monitoring wurden umfangreiche Funktions- und Redundanztests durchgeführt, unter anderem mit simuliertem Ausfall einzelner Kälteeinheiten, ehe das Rechenzentrum übergeben wurde.

Das Resultat

Der Nutzfahrzeughersteller verfügt heute über ein modernes Rechenzentrum, das die hohen Anforderungen an Verfügbarkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit vollumfänglich erfüllt. Die Rackreihenkühlung mit Kaltgang-Einhausung sorgt für einen wirtschaftlichen wie ökologischen Betrieb, die N+2-Redundanz gewährleistet auch im Wartungsfall höchste Ausfallsicherheit. Ein mit der DeRZ-Services GmbH abgeschlossener Wartungsvertrag sichert die Betriebsqualität langfristig. Dieser inkludiert die regelmäßigen Inspektionen und Wartungen aller Gewerke über die Inbetriebnahme hinaus.

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